,,Puh, wir haben es geschafft!” , möchte manch einer der fast 30 Teilnehmer nach der erstmalig durchgeführten Radtour auf den Spuren der Römerkanalspolien in Odendorf, dem Zielpunkt der Suche, geseufzt haben. Immerhin waren 40 km Wegstrecke zu bewältigen, die über teilweise wetterbedingt weiche Waldwege, sonst aber gut befestigte Wirtschaftswege und wenig befahrene Straßen führte.
Gut 5 Stunden vorher begann alles in Rheinbach. Nach den Begüßungsworten durch Bürgermeister Raetz, der Vorsitzenden der Naturparks Rheinland, Frau Dr. Zenses und Herrn Euskirchen, dem Initiator der Veranstaltung und Vorsitzenden des Freundeskreis Römerkanal, zog die Gruppe los. In Rheinbach selbst bestaunte man an Hexenturm und Wasemer verbaute Reste des Römerkanals, des Weiteren zwei ausgegrabene Fundstücke der Leitung, bevor man dann den ersten längeren Abschnitt per Rad bewältigte. Der Weg gut beschirmt durch die Begleitung des ADFC, führte zunächst durch die Swisttalniederung hinauf nach Lüftelberg, wo ein rekonstruierter Pfeiler einen der über 300 Bögen des gut 1 km langen Aquäduktes den Zuschauern anschaulich vorführte.  Mit einem Blick  in Richtung  Rheinbach konnte man  gut die Probleme  der
Bauingenieure nachvollziehen, den Lauf des Wassers immer auf mindestens gleicher Höhe zu halten. In der kleinen Kirche zu Sankt Peter bestaunte die Gruppe schon ein Glanzstück: die frühere Grabplatte der Hl. Lüfthildis zeigte deutlich die im Laufe von ca. 190 Jahren erfolgte Kalkablagerung - ähnlich den Jahresringen an Bäumen - .Bis daraus aber ein Schmuckstück wie diese Platte werden konnte, war viel Geschick und Fleiß beim Bearbeiten und Polieren nötig gewesen.
Der weitere Weg führte nach Buschhoven. Dr.Grewe persönlich zeigte der Gruppe den auf der Strasse deutlich markierten Lauf der hier ca. 4 m unterirdisch liegenden Wasserleitung, anschliessend einen Revisionsschacht, den man heute noch nach einem kleinen Abstieg einsehen kann. Weiter ging es in den Wald, wo die Wasserleitung noch im Originalzustand im Waldboden zu sehen ist. Im Wald selbst erblickt man einen Ausbruchgraben, von dem aus die Menschen vor allem in der Zeit des 11.-13. Jahrhunderts die Leitung freilegten, aufbrachen und tonnenweise für ihre eigenen Bauwerke verarbeiteten. Das Highlight schlechthin bot sich auf dem Gelände ,,Gut Kapellen” dar. Das heutige Anwesen des Frh. von Boeselager war in früherer Zeit Besitz eines Praemonstratenserinnenklosters gewesen, und seine Bausubstanz bestand fast ausschliesslich aus dem Gestein des Römerkanals. Auch die Bögen - heute vermauert - zeigten deutlich die Abmessungen der Aquäduktbrückenpfeiler aus der Swistbachaue.
Von dort gab es einen letzten Abstecher nach Odendorf. in der kleinen romanischen Kirche hinter dem Zehnthaus, die allein schon einen Besuch rechtfertigt hätte, gab es noch einen Säulenschaft aus Aquäduktmarmor zu bestaunen. Dr. Grewe nutzte diesen Befund, um darauf hinzuweisen, dass sich solche Arbeiten europaweit bis nach Dänemark in einzelnen Kirchen und anderen Bauwerken dieser Zeit finden ließen. In unserer Nähe kann man den Marmor in Münstereifels Stiftskirche im Chor ( Altarplatte und Säulen ) und am Bonner Münster an der Zwergengalerie besichtigen.
 

(f.d.R. und Fotos, Rolf Greiff )

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