Tagesfahrt am 15. Oktober 2017 zum Römermuseum in Haltern am See zur Sonderausstellung „Triumph ohne Sieg – Roms Ende in Germanien“

25 Vereinsmitglieder hatten sich zusammengefunden, um am 15. Oktober 2017 beim Besuch des LWL-Römermuseums in Haltern am See der Frage nachzugehen, welche Umstände dazu geführt haben mögen, dass sich die Römer in den Jahren 16 / 17 n. Chr. endgültig aus „Germanien“, d.h. den ostwärtigen rechtsrheinischen Gebieten zurückzogen.Das LWL-Römermuseum Haltern versuchte mit der Sonderausstellung „Triumph ohne Sieg – Roms Ende in Germanien“ darauf eine Antwort zu geben.

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Bei wunderschönem Herbstwetter gelangten wir nach Haltern. Am Eingang des Museums begrüßte uns, ganz überraschend, ein Zenturio in originalgetreuer Uniform und Ausrüstung. Das Museum hatte sich kurzfristig entschlossen, diesen Tag zum „Aktionstag“ zu machen. Im Museum und bei den Außenanlagen gaben als Römer oder Germanen verkleidete Fachleute Erklärungen oder führten Handwerkstechniken vor. Das gab der Veranstaltung einen liebevollen bunten Rahmen.

Nach einer aufmunternden Kaffeepause begann um 11:00 Uhr die Führung durch die Ausstellung. Wir hatten mit der Historikerin Frau Gorissen eine Führerin, die uns die Ausstellung auf eine besonders eingängige, lebendige und auch humorvolle Art präsentierte.

Zenturio

Die Ausstellung begann mit der Darstellung des Triumphzuges, den Kaiser Tiberius seinem Adoptivsohn Germanicus vor 2000 Jahren zugedacht hatte. Nachdem Germanicus drei Jahre mit acht Legionen durch das heutige Nordwestdeutschland gezogen war, um Arminius, der Varus besiegt hatte, zu stellen, dabei aber nicht besonders erfolgreich war und hohe Verluste verursacht hatte, hatte ihn Kaiser Tiberius abberufen, ihn aber überraschenderweise mit diesem Triumphzug geehrt.

Unsere Führerin erläuterte uns ausführlich den Stammbaum der julisch-claudischen Familie, die als Netzwerk engstens in die politischen und militärischen Pläne des Prinzeps Augustus eingebunden waren.

Die Ausstellung ging detailliert auf die Feldzüge zur Unterwerfung Germaniens ein. Sie wurden u.a. anschaulich auf einem Monitor dargestellt. Germanicus gelang es offenbar bei einer seiner letzten Feldzüge, die Gattin des Arminius, Thusnelda, gefangen zu nehmen. Sie wurde mit ihrem Sohn im Triumphzug mitgeführt. Dies stellte ein beliebtes Motiv in der Historienmalerei des 18. u. 19. Jahrhunderts dar. In der Ausstellung wurde eine als Ölgemälde gefertigte Skizze für ein Monumentalgemälde gezeigt, das in der Städtischen Galerie in München hängt.

Nach der Darstellung von Beispielen römischen Wohnens und römischer    Infrastruktur endete die Führung mit einer Erläuterung der römischen Bestattungskultur.

Insgesamt wurde deutlich, dass Haltern als der Standort des antiken Aliso angesehen wird, was wahrscheinlich, aber noch nicht beweisbar ist. Die aufgeworfene Frage, was geschehen wäre, wenn sich die Römer siegreich in Germanien festgesetzt hätten, wird in der Ausstellung bewusst spekulativ gestellt.

Das Thema der Ausstellung wurde durch 250 sorgsam ausgesuchte Artefakte aus diversen Museen Europas unterlegt. In Verbindung mit den kompetenten Erläuterungen unserer Führerin ergab sich eine eindrucksvolle aussagekräftige Gesamtschau zur Thematik.

Nachbildung Umwehrung

Nach einer Mittagspause im Zentrum von Haltern, wo man aufgrund der milden Temperatur im Freien sitzen konnte, hatten wir noch eine Stunde Zeit, um noch einmal durch das Museum zu gehen und vor allem auch die in der Nähe des Museums aufgebaute 160 Meter lange Nachbildung einer Holz-Erde-Umwehrung am Standort des Kastells zu besichtigen. Die Dimension dieser Anlage nötigte einem doch einen gehörigen Respekt ab.

In unmittelbarer Nähe zu dieser Anlage bestand vor einem aktuellen Ausgrabungsbereich die Möglichkeit, an einem Informationsstand mit einer an den Ausgrabungen beteiligten Archäologin zu sprechen, Fragen zu stellen und damit wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen.

Insgesamt war die Fahrt nach Haltern ein besonders informativer und aufgrund der Rahmenbedingungen (exzellente Führerin, herrliches Wetter, Aktionstag) auch ein sehr angenehmer Ausflug in die antike Welt.

Rheinbach, 21. Oktober 2017
Peter Lahl
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