Exkursion des Freundeskreises Römerkanal nach Xanten am 29.5.2010

Wer  Xanten und seinen Archäologischen Park schon in den früheren Jahren einmal besucht, vielleicht sogar dessen Anfänge etwa in den frühen 70er Jahren miterlebt hat, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn er die Hauptattraktion des Geländes – das seit August 2008  eröffnete  Römermuseum – betritt! Das Gebäude ist eine Komposition aus Stahl und Glas, es umfasst auf rund 2000 qm eine imposante Ausstellungsfläche, die von Konzeption und  Inhalt her eine atemberaubende Fülle an Eindrücken  und sehenswerten Fundstücken liefert.

Schon allein die Idee, das Museum mehr oder weniger auf den ausgegrabenen Fundamenten der gewaltigen Thermenanlage anzulegen, verbindet das Praktische mit dem Ästhetischen. Wie in einem riesigen Baukasten sind unter Glas die Thermen vor den Unbilden der Witterung geschützt, und in der Eingangshalle (basilica thermarum ) wandeln die Besucher in weitgeschwungenen Rampen und Emporen über drei Stockwerke durch die reichhaltige Geschichte dieser antiken Römerstadt.

Ein ähnlicher Zufall wie vor 2000 Jahren in Pompeji ließ die alte kaiserliche Stadtanlage bestehen. Nur war sie nicht wie in Pompei unter einem riesigen Lavaberg von etwa 7m Höhe begraben und wartete bis zum 19. Jahrhundert auf ihre Wiedererweckung durch internationale Archäologen, sondern erfuhr eine wechselvolle Geschichte mit Hoch- und Tiefpunkten. Erst mit der Frankenzeit ab etwa 475 n. Chr. war  das städtische Leben erloschen.

Die Ausstellung zeigt genau diese wechselvolle Geschichte auf. Wer hätte unsere Gruppe besser führen können als einer der geistigen Urheber der ganzen Museumskonzeption. Unserem Vorstandsmitglied Dr. Klaus Grewe war es gelungen, den Leiter des Museums, Herrn Dr. Hans-Joachim Schalles, hierfür zu gewinnen, der seiner Aufgabe mit einer unglaublichen Begeisterung für die Sache nachkam.

Darüber sollte man aber nicht den Vormittag der Veranstaltung vergessen!. Einer der mit den laufenden Ausgrabungen betrauten Wissenschaftler, Herr Dr. Norbert Zieling  befaßte sich bei seiner Führung durch den Park mit  der Problematik des  augenscheinlich Sichtbaren und dem, was an wissenschaftlichen Befunden dahinter steckt. Das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege wollte sich bei der Wiederherstellung römischer  Anlagen und antiken Lebens nicht dem Vorwurf aussetzen, man wolle in Xanten eine Art Phantasialand aus Plastik entstehen lassen. Zum Beweis führte er die Gruppe auch unter den weithin sichtbaren Hafentempel und belegte aufgrund der Fundamentstruktur den getreuen  Wiederaufbau, zeigte an den errichteten Tempelsäulen die werkgetreue Umsetzung antiker Steinmetzarbeiten auf. Was erzähle ich noch vom Bauvorhaben eines Wohn- und Geschäftshauses mit dem Versuch, die vorgefundenen Lehmarbeiten mit den heutigen Mitteln zu rekonstruieren, vom Inneren der Hafenherberge, ihrer liebevoll nachgezeichneten Wohnanlage und Bademöglichkeiten !– Es war einfach  eine kurzweilige und spannende Reise durch die Antike auf germanischem Boden!

Ein Mittagessen im stilvollen Ambiente dieser Herberge, wobei einige sich auch an  römischen Speiseangeboten- und Trinkrezepten versuchten, bildete einen abrundenden weiteren Höhepunkt dieser Veranstaltung, an die sich die gut 30 Teilnehmer des Freundeskreises Römerkanal auch später noch gerne erinnern werden.

 

 

 

(f.d.R. und Fotos, Rolf Greiff )

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